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Wittingen

Hafenentwicklung



Der Verkehrs- und Logistiksektor hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten volkswirtschaftlichen Wachstumstreiber entwickelt. Obwohl hiervon grundsätzlich alle Verkehrsträger profitieren, wird angesichts steigender Energiekosten und einer wachsenden Umweltorientierung insbesondere für die energieeffizienten Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn erhebliches Wachstumspotenzial gesehen. Unter dem Eindruck steigender Transportnachfrage und den daraus resultierenden Anforderungen hinsichtlich einer effizienten Abwicklung der Verkehre insbesondere im Nachlauf der Seehäfen, kommt zukunftsfähigen Verkehrs- und Logistikkonzepten eine besondere Bedeutung zu.

Einerseits geht es dabei um die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Verkehrswege. Die systematische Einbindung von Bahn und Binnenschiff in eine moderne Transportlogistik ist sowohl volkswirtschaftlich als auch gesellschafts- und umweltpolitisch von großem Nutzen. Eine integrative Güterverkehrsstrategie, die auf eine sinnvolle Kombination aller Verkehrsträger setzt, kann dabei helfen, Engpässe beim Straßengüterverkehr zu beseitigen, Effizienzpotenziale zu heben und Umweltbelastungen auf Grund überbordenden Lkw-Verkehrs zu begrenzen. Andererseits zeichnen sich im Zusammenhang mit der prognostizierten Umschlagsentwicklung der Seehäfen deutliche Engpass-Symptome ab, so dass sich "hafennahe" Transport- und Logistikdienstleister zunehmend dem Thema Verlagerung ins Hinterland annehmen. Standorte im "relevanten" Umfeld von logistischen Boom-Regionen wie Bremen oder Hamburg mit einer trimodalen Infrastrukturanbindung haben hier vsl. die besten Chancen von dieser Entwicklung zu profitieren und sich als potenzielle Standorte zu positionieren.

Der Standort Wittingen verfügt mit der Bundesstraße 244, dem Elbe-Seiten-Kanal (ESK) und den Gleisen der DB AG bzw. der Osthannoversche Eisenbahn AG (OHE) über eine trimodale Anbindung, die sich durch den projektierten Bau der Autobahn 39 zukünftig deutlich verbessern wird. Vor dem Hintergrund einer hiermit einhergehenden zu erwartenden Zunahme der Nachfrage nach Hafen- und Logistikflächen sowie zuletzt ansteigender Umschlagvolumina im bestehenden Hafenareal beabsichtigt die Stadt Wittingen, ihr bisheriges Engagement im Logistikbereich auszubauen.
Da die bestehenden Hafenflächen weitgehend ausgelastet sind, wird über eine Erweiterung des Hafenareals nachgedacht. Zur Absicherung der notwendigen Finanzierung des Ausbaus wird - soweit möglich - auch eine Hinzuziehung öffentlicher Fördermittel angestrebt.

Ausgehend von der dynamischen Entwicklung in den Seehäfen und den verkehrlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven am Standort Wittingen wurde UNICONSULT gebeten, ein Entwicklungskonzept für den Hafen Wittingen zu erarbeiten, um eine marktgerechte Expansion des Hafens voranzutreiben. Gemäß den in mehreren Vorgesprächen abgestimmten Vorgaben, wurden von UNICONSULT u. a. folgende Bausteine in das im Juni 2008 vorgelegte Entwicklungskonzept integriert: "Basisprognose" - Aufzeigen von Potenzialen, wenn nur substanzerhaltend investiert wird, "Potenzialprognose" - Aufzeigen von Potenzialen im Falle von Erweiterungsinvestitionen, Empfehlung für eine marktgerechte Flächenentwicklung einschließlich einer Abschätzung der damit u. U. verbundenen Kosten.
In dem Entwicklungskonzept 2008 wurde eine Erweiterung in südlicher Richtung angestrebt. Nach weiteren Überlegungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Hafens sowie des Industriegebietes, stellte sich in der jüngeren Vergangenheit auch die Frage einer Erweiterung des Gebiets in Richtung Osten. Hierbei würde das Industriegebiet in Richtung geplanter Verlängerung der A39 wachsen. So wurde 2016 das Büro CPL Competence in Ports and Logistics Wenzel, Heine & Kollegen, Lübeck mit der Erstellung eines Standortgutachtens und Entwicklungskonzepts für den Hafen Wittingen beauftragt. Im vorgelegten Ergebnisbericht wird nun eine Erweiterung des Gebiets in zwei Schritten forciert.  Im ersten Schritt soll eine Erweiterung in östlicher Richtung vollzogen werden. Im zweiten Schritt sollte dann eine Erweiterung gen Süden angestrebt werden. Ebenfalls empfiehlt das Gutachten die Errichtung einer Ladestraße für Ganzzüge sowie die Umwandlung der Liegestellt des Wasser- und Schifffahrtsamts Uelzen in eine Kaikante für den Hafenumschlag.
 
Das Konzept zur Hafenentwicklung 2008 können Sie hier einsehen (PDF, 2,6MB).

Den Endbericht zum Standortgutachten und Entwicklungskonzept für den Hafen Wittingen (2016/2017) können Sie hier einsehen (PDF, 2,6MB).